Solidarität mit der K29!

In den vergangenen Wochen äußerten sich immer wieder Menschen zur Situation der K29. Wir entschlossen uns diese hier zu sammeln und zu veröffentlichen um die Karlis selbst und alle solidarischen Menschen zu erinnern, dass wir ein gemeinsames Ziel haben

#K29bleibt

Professor*in Dr. Heike Radvan vom Institut für Soziale Arbeit organisiert neben ihrer Lehr- und Forschungstätigkeit auch noch interessante und für Cottbus thematisch wichtige Fachtage und Vorträge mit. Zur Situation der K29 sagt sie:

Prof. Dr. Heike Radvan vom Institut Soziale Arbeit der BTU Cottbus- Senftenberg

Das Wohnprojekt fördert seit vielen Jahren die kulturelle Vielfalt und das demokratische Miteinander in Cottbus. Ohne die vielfältigen Angebote aus dem Bereich der Bildungs- und Kulturarbeit, der lokalhistorischen Recherche- und Begegnungsprojekte wäre Cottbus weniger bunt. Die Bewohner_innen der Karlstrasse engagieren sich als Teil einer aktiven demokratischen Zivilgesellschaft, – das ist genau das, wofür wir am Institut Soziale Arbeit sensibilisieren, motivieren und ausbilden: Mündige Bürger_innen, die das Gemeinwesen demokratisch gestalten und sich für ihre Nachbarschaft einsetzen. Nicht zuletzt ist das Projekt eine wichtige Stimme für ein friedliches Miteinander und die kritische Auseinandersetzung mit jeglicher Form von Diskriminierung, insb. Rassismus und Ausgrenzung in der Stadt. Angesichts der aktuellen rechtspopulistischen Mobilisierungen ist diese Arbeit in Cottbus sehr wichtig und unbedingt zu unterstützen. Ich wünsche den Aktiven des Hausprojektes aber auch der Stadt, dass eine Lösung gefunden wird, die das weitere Bestehen der wichtigen Arbeit aber auch der Wohn- und Lebensmöglichkeiten sichert.“

Auch in der Politik gibt es noch Menschen, die sich für emanzipatorische Lebensentwürfe, Kiezarbeit und Ideen einsetzen und deren Wert erkennen. Zum Beispiel Kerstin Kircheis von der SPD Südbrandenburg. Als Mitglied des Landtages und Vorsitzende des Mieterbundes Cottbus unterstützt sie selbstverständlich die K29.


Das Wohnprojekt in der Karlstraße 29 ist für die kulturelle und soziale Entwicklung der Stadt Cottbus, insbesondere im Umfeld von Karlstraße und Bonnaskenplatz von großer Bedeutung. Das Karlstraßenfest ist ein fester Bestandteil des städtischen Lebens, seit über 10 Jahren überrascht es mich in seiner Vielfalt und Freude jedes Jahr aufs Neue. Gerade in diesen Zeiten ist es wichtig, dass sich Menschen für die Kultur und damit für die ganze Stadt engagieren. Die Karlstraße 29 bietet einen Raum für genau das.“

Auch einige Kulturschaffende und in der Stadt aktive Menschen sind klar Fans der K29 und wollen sie- wie wir- erhalten! Dazu gehören die multitalentierte Vielkönner- und Macherin, sowie Aktive bei #WannWennNichtJetzt Sarah Faartun Heinze, Phillip Gärtner- Besitzer des Lokals „Primawetter“ und Mitbegründer des „Kleinstadtsyndikats“, Sophie Bock – Kreative und Schauspielerin am Staatstheater in Cottbus und Matthias Heine, stellvertretender Theaterleiter des großartigen Piccolo- Jugendtheater in Cottbus, sind als Vertreter*innen aus der Kulturszene und als allgemein engagierte selbstverständlich solidarisch mit der Karlstraße. #K29bleibt

Wenn wir einen tiefgreifenden gesellschaftlichen Transformationsprozess in Gang setzen wollen, hin zur offenen Gesellschaft, in der niemand Angst haben muss im Mittelmeer zu ertrinken oder aufgrund von Hautfarbe oder wen er/sie* liebt angegriffen zu werden, brauchen wir Orte an denen wir Vorstellungen von dieser offenen Gesellschaft entwickeln können. Kulturelle Freiräume. Die K29 ist ein solcher Ort, deswegen unterstützen wir als #WannWennNichtJetzt die Cottbuser*Innen darin diesen wichtigen Ort für Cottbus zu erhalten und solidarisieren uns mit den Bewohner*Innen.“

Zum aufgehängten Transparent „K29 bleibt!“ am Primawetter sagt Phillip Gärtner: „Das ist unser Zeichen der Solidarität.“, so hoffe er, dass eine der ältesten Wohngemeinschaften von Cottbus, als Verein im Jahr 1992 gegründet, nicht wegen eines Eigentümerwechsels das Gebäude in der Karlstraße verlassen müsse. „Cottbus bräuchte viel mehr solcher Häuser, die aus eigener Kraft kulturelle Ereignisse wie das Karlstraßenfest organisieren, und das ohne Fördermittel“

„Das Wohnprojekt Karlstraße 29 / K29 ist seit 1992 ein eingetragener Verein und bereichert die Stadt Cottbus. Das Projekt fördert seit vielen Jahren kulturelle Vielfalt, Zusammenhalt und stärkt die demokratische Gesellschaft nachhaltig. Das von K29 organisierte Karlstraßenfest ist seit vielen Jahren ein großartiges Beispiel für Eigeninitiative und Schaffung alternativer Kulturräume abseits von Konsum und Umsatz. Ein Bürger*innenfest auf dem ein jeder Mensch willkommen ist und auf dem sich jeder Mensch wohlfühlen kann. Wo gibt es das in Cottbus noch?

Die Gentrifizierung unserer Sozialräume ist ein weiteres Stück demokratische Selbstabschaffung und trägt zur Spaltung unserer Gesellschaft bei. Sie ermutigt Bürgerinnen und Bürger ihr Lebensumfeld selbstständig, kreativ zu gestalten. Das Wohnprojekt in der Karlstraße 29 ist Cottbuser Stadtgeschichte und muss erhalten bleiben! “